
Wozu braucht es einen ‚neuen‘ Begriff - Facility Business?
Schauen wir auf die noch junge Geschichte des Facility Management, dann war dies bisher eine 2-Welten-Geschichte. Auf der einen Seite statt das Real Estate Management (REM), mit seinem Immobilien- und Asset-Management und auf der anderen Seite die notwendigen (Unterhalts-)Leistungen im Sinne der Facility Services. Das Facility Management (FM) ist zumeist näher den Facility Services zugestellt, da es insbesondere den Gebäudebetrieb sicherzustellen hat. Doch diese einfache 2-Teilung kann kaum (noch) aufrechterhalten werden. Zum einen werden Leistungsergebnisse des Facility Management für Auditierungen sowie Reporting des Unternehmens strategisch bedeutsamer, zum anderen hat ein modernes Facility Management eine vielfältige Performanz abzuliefern, ein Gebäude, das auch immaterielle Leistungen seinen Nutzern zur Verfügung stellt.
Wenn Sprache unser Art des Denken markiert und neue Worte neue Gedanken hervorzuheben sucht, dann steht der Begriff des Facility Business für ebene eine solche neue, zukunftsgerichtete Idee im Facility Management.
Was meint Facility Business konkret?
Facility Management bildet eine zentrale Dienstleistung, vor allem im Gebäudebetrieb und der Flächennutzung. Es ist aber kein eigens ausgewiesenes Geschäftsfeld mit gesamtverantwortlicher, strategischer Ausrichtung. In der Alltagspraxis wird schon länger zwischen der operativen (Service) und der funktional-taktischen Ebene (Facility Management) unterschieden. Nun treten weitere Aufgaben und Leistungen an die Management-Ebene hinzu: Auditierung, Zertifizierung, Reporting, Digitalisierung, Nachhaltigkeitsfragen und Lebenszyklus-Betrachtungen. Zudem erlangt das neue Feld des ‚soft Facility Management‘ Aufmerksamkeit, welches im Gegensatz zu den materiellen Leistungen (sogenanntes hard FM) nun auch die vielen immateriellen Leistungen (allen voran die Arbeitsatmosphäre) in den Blick rückt. Bereiche, die ehemals dem Real Estate Management zugeschrieben wurden, treten damit zunehmend in den Leistungsbereich eines Facility Management über, ein Management, das auf der strategischen Corporate-Ebene agiert.
Das neue Facility Management avanciert zu einem möglichen Business-Partner. Das zukunftsgerichtete Verständnis von Facility Management ist drei-ebig:
es umfasst die strategisch Ebene, die vor allem zukunftsorientiert entscheidet,
die funktional-taktische (das klassische FM-Verständnis von heute)
und die operative Ebene, die klassischen Facility Services, einschließlich ihrer technologischen Erweiterungen.
Wir von der Facility Care erleben zunehmend wie sehr die immateriellen Leistungen des Facility Management an Bedeutung gewinnen. Daher gehen wir verstärkt dazu über, das Facility Business in die beiden, komplimentär-ergänzenden Leistungsbereiche zu differenzieren, das (klassische) materiell-operative Facility Management (sog. hard FM) gegenüber den immateriellen Leistungen als sogenanntes ‚soft FM‘ (z.B. awareness zur Gebäude-/Energie-Strategie und zur stakeholder-Zufriedenheit).
Das Konzept des Facility Business umfasst somit drei Ebenen und umgreift sowohl die materiellen als auch immateriellen Leistungen des Facility Management von heute. In Zukunft wird - so unsere Hoffnung - die re-aktive Leistungserbringung zugunsten einer pro-aktiven Leistungsbereitstellung abnehmen.
Mit dem Begriff des Facility Business soll auch der Umstand unterstrichen werden, dass sich ein Facility Management in einem Wettbewerbsmarkt bewegt, in dem neben Effizienz und Skalierung auch Fragen zu (unternehmerischen) Gewinnoptimierung und innovativer Geschäftsmodelle immer bedeutender werden, mithin sich substantielle Wettbewerbsvorteile für die Organisation ergeben.. Der Begriff adressiert die strategisch-unternehmerische Dimension des Facility Management, in all‘ seinen Facetten. Die Idee des Facility Business führt (d)ein Facility Management sicher in ein höheres Qualitätsniveau.
Was zeichnet ein Facility Business-Ansatz aus?
Aus der Sicht der Facility Care sind 3 Aspekte für einen Facility Business-Ansatz kennzeichnend.
1. | der Geschäftsfeld-Aspekt:
Ganz gleich ob inhouse oder outhouse (make-or-buy) organisiert, rückt das Facility Management stärker an das Kerngeschäft des Unternehmens heran; dazu ist es erforderlich, sich mit dem unternehmerisch präferierten FM-Modell auseinanderzusetzen, um letztendlich das Versprechen einer „Betreiber-Perspektive“ nach Business-Prinzipien wie die einer Kosten-Nutzen-Betrachtung, eines Service-Level-Agreements oder auch eines KPI-benchmarking nachhaltig einlösen zu können.
2. | der unternehmerische Aspekt des (aktiven) Wertbeitrages
Bereits heute zielt ein kaufmännisches FM auf eine Optimierung der Kostenstruktur, auf Skalierungseffekte und Maßnahmen- sowie Ausgabentransparenz. Im Facility Business-Ansatz tritt die sogenannte ‚enabler Funktion‘ hinzu, welche auch die Bereiche (Mitarbeiter-)Produktivität, (Anlagen-)Verfügbarkeit und (Immobilien-)Wert umspannt. Diese Schlüsselfunktionen entfalten häufig ihre Wirkkraft erst im Zusammenhang einer entsprechenden Lebenszyklusbetrachtung, welche im Bereich der technischen Anlagen (befeuert durch IoT - internet of things) bereits in den Handlungsansatz des ‚predictive engeniering/maintance‘ mündet.
3. | der strategische Aspekt im Hinblick auf den Gebäudelebenszyklus
Dieser Aspekt ist vermutlich aktuell der am wenigsten präsente Anteil aktuellen Handelns, dabei sind die Entscheide zu Umbau versus Neubau, zur Standortwahl oder zu ‚make-or-buy‘ zentrale unternehmerische Weichenstellungen, zu denen ein modern aufgestelltes Facility Management beizusteuern weiß. Auch die Frage nach modernen Arbeitsplatzkonzepten oder der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen (u.a. ESG-Richtlinie) sollte nicht ohne ein modern aufgestelltes Facility Management erfolgen.
Was darf erwartet werden?
Auch das Facility Management entwickelt sich weiter. Der pro-aktive Anteil wird - vermutlich - in Zukunft eine größere Bedeutung erfahren als der bisher dominierende re-aktive Anteil. Eine Auseinandersetzung mit der Facility Business-Idee wird auch dann einem bestehenden Facility Management hilfreich sein können, wenn die Organisation selbst keine Business-Partnerschaft wünscht, denn bereits in den Fragestellungen und Lösungsansätzen darf ein Qualitätszuwachs für ein zukunftsgerichtetes Facility Management erwartet werden.
Wenn Du Dich fragst: wohin entwickelt sich das Kerngeschäft? Vor welchen Hintergrund treffe ich die strategischen Entscheide für morgen? Wie verschneide ich die vielen Aspekte im FM auf möglichst kluge Art und Weise? dann lass uns gerne in das Gespräch kommen.
Mein Name ist Bernd Schlockermann. Du erreichst mich unter Tel. 0251 899 66 - 10 oder Mail: bernd.schlockermann@facility-care.com
Dipl.-Ing. (FH), M. Eng.
Vorstand
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